Was soll ich werden?

Berufsorientierung – das Labyrinth der Berufe

Wissen Sie wie viele anerkannte Ausbildungsberufe es in Deutschland gibt? Aber bitte nur im dualen Ausbildungssystem mit Betrieb und Berufsschule 😉
Es sind 2019 326 Berufe gewesen. Dazu zählen zum Beispiel nicht die Schulischen Ausbildungen zum Erzieher oder Physiotherapeuten.
Und wie sieht es bei den Studiengängen aus? Genauso viele? Mehr? Weniger? Laut studycheck.de sind es über 16.000.

Viel Auswahl oder? Und das ist ja nur eine Beschreibung dessen, was jemand lernt. Das hat häufig ja noch nicht einmal etwas mit dem zu tun was man hinterher in einem Job macht. Woher weiß ein junger Mensch also, was er lernen muss, damit er oder sie irgendwann bei der Traumbeschäftigung ankommt? Und da kommt laut Gesetzt jetzt die Schule ins Spiel. Dort soll laut Schulgesetz des Landes Schleswig-Holstein ab spätestens der Klasse 7 allen ein Einblick in die Arbeitswelt gegeben werden. Außerdem soll die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden Entscheidungen bezüglich ihrer Beruflichen Zukunftsplanung zu treffen.

Wie sieht es denn der Praxis aus? Wie werden die jungen Menschen denn zu solchen Entscheidungen befähigt? Jede Schule darf ihr eigenes Konzept entwickeln. Und daher ist es nicht verwunderlich, dass es Schulen und Lehrer gibt, welche sich auf diesem Themengebiet sehr engagieren, und dann eben auch das Gegenteil. Inhaltlich gehören meist diese drei Pfeiler zu den Berufsorientierungskonzepten dazu:

  • ein oder zwei Praktika von 1-2 Wochen Dauer
  • mindestens ein Besuch einer Ausbildungsmesse
  • Besuch des BIZ der Agentur für Arbeit

Jetzt stellt sich mir die Frage: Kann man so über 17.000 Möglichkeiten informieren? Ich bin der Meinung nein! Aber wer muss denn auch über alles Bescheid wissen? Reicht es nicht, wenn jeder und jede Jugendliche über den Teil informiert wird, welcher ihn oder sie interessiert? Ja, dem stimme ich zu. Aber woher wissen die jungen Menschen denn was sie interessiert? Da liegt doch viel eher das Problem! Kontakt haben die meisten doch nur mit den Berufen oder Branchen, welche in ihrem direkten Umfeld sprich Familie, Freunde und deren Familien auftauchen. Darüber hinaus wird es schwer. Und wenn jemand dann von sich aus los geht und sich Informationen suchen will, wird er von diesen schier nicht enden wollenden Möglichkeiten erschlagen.

An diesem Punkt kommen dann Berufsberater ins Spiel. Da gibt es einmal die der Agentur für Arbeit, dann gibt es gemeinnützige Organisationen oder Lehrer, die über die Pflicht engagiert sind, und dann gibt es da noch private Unternehmen. So wie uns. Jeder von diesen Beratern hat seine Berechtigung und seine Vor- und Nachteile. Etwas, was wir aber alle gemeinsam haben, ist, dass wir eben das Wissen über all die Möglichkeiten da draußen besitzen und aus den jungen Leuten heraus kitzeln können, in welchem Bereich ihre Interessen und Talente liegen. Dadurch stellen wir dann Wegweiser im Labyrinth auf und der „Besucher“ kann eine gut informierte Entscheidung treffen, wohin er geht.

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